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  Home > Veranstaltungen > Spezielle Veranstaltungen > Chat zum Thema Kunstrestauration  

Chemie und Kunst: Wie werden Chemikalien bei der Kunstrestauration eingesetzt?

Im französischsprachigen Xperimania Chat am 5. Februar 2009 erfuhren SchülerInnen aus vier Schulen mehr darüber, wie Chemikalien bei der Kunstrestauration genutzt werden. Die Chatexpertin Myriam Serck-Dewaid, Generaldirektorin des königlich belgischen Instituts für Kulturerbe, erklärte den SchülerInnen, wie die Chemie dabei hilft, das Kunst- und Kulturerbe der Welt zu erhalten.

Die SchülerInnen aus Belgien, Slowenien und Rumänien hatten verschiedene interessante und schwierig zu beantwortende Fragen für die Chatexpertin vorbereitet. Das Institut Saint-Sépulcre, in Lüttich, Belgien, eröffnete den Chat. Zu Beginn des Chats erklärte Myriam Serck-Dewaide, dass Petrochemikalien, wie zum Beispiel Lösungsmittel, sehr häufig bei der Kunstrestauration zum Einsatz kommen, um gewisse Stellen auf Bildern oder mehrfärbigen Skulpturen auszubessern.

Ein belgischer Schüler wollte wissen, seit wann Petrochemie in der Kunstrestauration eingesetzt wird. Myriam Serck-Dewaide antwortete, dass sie bereits in den frühen 1960ern synthetische Produkte bei der Reinigung, Verdichtung und beim Klebeprozess verwendet wurden.

Die SchülerInnen des Technical College Dimitrie Ghika, in Comenesti, Rumänien, fragten, wie physikalische und chemische Charakteristika von Materialien in Kunstwerken festgestellt werden können. Die Chatexpertin erklärte den Prozess:

“Der erste Schritt bei der Prüfung eines Kunstwerkes ist die Untersuchung unter einem Mikroskop. Falls nötig, kann eine mikroskopische Probe des Materials auf einer Plexiglasplatte fixiert und unter einem Rastermikroskop untersucht werden. Dadurch kann man zum Beispiel die Farbpigmente eines alten Gemäldes bestimmen."

Myriam Serck-Dewaide erklärte außerdem, dass Kunstwerke viele Restaurationsprozesse überleben können, ohne deren Originalität zu verlieren:

“Kunstwerke wurden seit der Antike restauriert und konserviert. Geeignete Behandlung zerstört das Kunstwerk nicht. Leider haben aber einige Amateure Kunstwerke zerstört." Es ist deshalb wichtig, dass jede Mixtur vorher sorgfältig getestet wird.

Die SchülerInnen des Gimnazija Poljane in Ljubljana, Slowenien, wollten mehr über die Haltbarkeit von Kunstwerken nach der Behandlung mit Polymeren und die Auswirkungen von Hitze, ultravioletter Strahlung und Feuchtigkeit wissen.

Die Chatexpertin erklärte: “Die verwendeten Harze müssen mindestens 100 Jahre stabil sein."

“Die Stabilität von Harzen wird anhand von Laborregeln und Alterstests festgelegt. Einige Produkte halten der Zeit jedoch nicht Stand und müssen entfernt werden. Hitze, ultraviolette Strahlung und Feuchtigkeit zerstören die Originalmaterialien und die Chemikalien, die für das Kunstwerk verwendet wurden. Deshalb ist es auch wichtig, Kunstwerke in einer stabilen und kontrollierten Umgebung aufzubewahren."

Die SchülerInnen des Colegiul Technique "Dorin Pavel", in Alba Iulia, Rumänien, wollten spezifische Informationen. Sie wollten wissen, ob eine Holzikone mit Ammoniak gereinigt werden könnte. Myriam Serck-Dewaide erklärte, dass ein oder zwei Tropfen Ammoniak mit Wasser vermischt werden sollten, um den Öllack zu säubern. Ammoniak sollte aber niemals direkt auf ein Bild aufgetragen werden.

Die SchülerInnen des Institut St Sépulchre in Lüttich wollten wissen, ob bei der Kunstrestauration Petrochemikalien mit natürlichen Produkten ersetzt werden könnten. Die Chatexpertin erklärte, dass natürliche und synthetische Produkte sehr oft gemeinsam verwendet werden, um Substanzen zu produzieren, die für ganz bestimmte Kunstwerke geeignet sind.

Nach dem einstündigen Chat hatten die SchülerInnen viel darüber gelernt, wie die zwei unterschiedlichen Bereiche Kunst und Chemie miteinander wirken und wie man Kunstwerke am besten für zukünftige Generationen erhält.

Hier können Sie das Chatprotokoll herunterladen (pdf, auf Französisch).

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