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  Home > EU Projekte > Naturwissenschaftliche Bildungsprojekte > PATH- Neue auf der Teilnahme beruhende Prozeduren in Wissenschaft und Technologie  

PATH- Participatory Approaches in Science and Technology (Neue auf der Teilnahme beruhende Prozeduren in Wissenschaft und Technologie)

Das PATH Projekt wird ein Netzwerk bilden, in dem Akademiker, Spezialisten, politische Entscheidungsträger und Interessengruppen Fachwissen austauschen und zukünftige Anweisungen für den Einbezug der Gesellschaft in die Beratung wissenschaftsbasierter politischer Themen entwickeln können.

Projektziele
  Das Projekt bezweckt die Zusammenführung der theoretischen Erkenntnisse und der empirischen Lehren der teilnehmenden Ansätze für die auf den Wissenschaften basierende Entwicklung der Richtlinien.  Die Hauptziele sind:
• die Entwicklung eines Netzwerks für politische Entscheidungsträger, Interessengruppen (z.B. aus der Industrie und den NGOs), Akademiker und Mitglieder der Zivilgesellschaft zum Austausch von Fachwissen und Beratungserfahrungen in der Entwicklung von Richtlinien für die Wissenschaft und Technologie;
• die Analyse der Bedingungen, unter denen die bestehenden Methoden erfolgreich die Debatten zwischen Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und dem Publikum erleichtern, und die Entwicklung von innovativen Mitteln zur Verbesserung der Richtliniengestaltung;
• die Untersuchung, wie bestimmte Werte und Interessen am besten in verschiedenen Umfängen in der auf den Wissenschaften basierenden Richtlinienerarbeitung dargestellt, vertreten und berücksichtigt werden;
• die Synthese von Informationen in verschiedenen Kontexten über die Art, wie sich die teilnehmenden, beratenden und einschließenden Ansätze in der auf den Wissenschaften basierenden Politik der Europäischen Union weiterentwickeln können, um beratende Institutionen in die politikgestaltenden Verfahren einzuführen.

Wieso “Teilnahme”?
Manch einer findet die repräsentative Demokratie nicht mehr ausreichend, wenn es um die Formulierung der Umweltpolitik und das Fällen von Entscheidungen über langfristige Themen geht. Die Gründe reichen vom Vertrauensmangel in die bestehenden beratenden und entscheidungsfällenden Mechanismen bis hin zur Infragestellung der grundlegenden Motive und übermittelten Aussagen des staatlichen Entscheidungsapparats.
Im Großen und Ganzen gibt es innerhalb dieses Apparates keine formellen Strukturen, die es erlauben, unterschiedliche Standpunkte und eher sozial ausgerichtete Werte zu äußern und zu berücksichtigen. Diese sind jedoch in der Debatte über wissenschaftliche und technologische Themen wichtig, da diese oft komplex, weitreichend und unwiderruflich sind und sich durch widersprüchliche Interessen auszeichnen.  Es herrschen ebenfalls beachtliche Unsicherheit und Unwissenheit, was den Eintritt eines Ereignisses und sein Verständnis sowie seine Beschreibung angeht. 
Es geht nicht nur um Innovation und darum, welche Art von Fortschritt wünschenswert und annehmbar ist, sondern ebenfalls darum, wann, wie und vom wem Entscheidungen gefällt werden. Aktuelle institutionelle Arrangements mühen sich ab, den richtigen Zeitpunkt und die richtige Art zu finden, den Anfragen für eine frühere und aktivere Mitwirkung der normalen Bürger und aller interessierten und betroffenen Parteien hinsichtlich der Richtliniengestaltung gerecht zu werden.
“Die Bürger wollen nicht nur das Wahlrecht – sie verdienen ein Mitspracherecht im Geschehen, einen Einfluss auf die Entscheidungen, die ihrerseits einen Einfluss auf ihr Leben haben, und eine Regierung, die auf ihre Bedürfnisse und Visionen eingeht.“

‘Teilnehmende Prozeduren’ wurden als eine Möglichkeit vorgeschlagen, die Mitwirkung im von internationalen Vereinbarungen gesteuerten Entscheidungsprozess zu erweitern.  In den letzten Jahren gab es dank methodologischer Hilfsmittel wie Fokusgruppen, Konsensuskonferenzen, Bürgerjurys und Szenarioworkshops zahlreiche Beispiele der formalisierten Debatte unter und zwischen normalen Bürgern, Interessengruppen und Spezialisten.  Trotz eines beachtlichen Forschungsaufwandes und vergangener praktischer Erfahrungen gelten die Annäherungen zur öffentlichen Teilnahme wenig, da sie überstürzt sind und Gelegenheiten verpassen, die Richtlinienentwicklung wirklich zu informieren.

Repräsentation und Umfang
Das Projekt wird sich besonders auf zwei ständige Herausforderungen konzentrieren: Umfang und Repräsentation.
Bis heute wurden die teilnehmenden Prozeduren größtenteils in lokalem Umfang eingesetzt, zur Entscheidung eines spezifischen Themas (z.B. den Standort eines Abfalllagers oder einer Aufbereitungsanlage). Zahlreiche technologische und umweltbedingte Probleme spielen sich aber auf nationaler und internationaler Ebene ab.  Einige teilnehmende Prozeduren erstrecken sich mittlerweile bis zu politischen Angelegenheiten auf nationaler Ebene, doch nur wenige haben zahlreiche aktive Teilnehmer einbezogen.  Internationale Vereinbarungen und Regulierungen sowie deren Verwirklichung auf nationaler Ebene unterstützen oder verlangen jedoch stets öfter die Einbeziehung der Zivilgesellschaft für Verfahren der Richtlinienerarbeitung.
Von besonderem Interesse sind hier jene, die über die Beratung hinausgehen und frühzeitig die aktive Teilnahme anstreben.

Projektaktivitäten: Schlüsselveranstaltungen und Leistungen

  • Kopenhagen Workshop, 1.-3. Juni 2005: etwa 45 Personen beteiligten sich an diesem internationalen Workshop, der den Umfang und die Repräsentation in teilnehmenden Prozeduren untersuchte.  Spezielle Interessengebiete beinhalteten:
    -Unterschiede und Ähnlichkeiten der teilnehmenden Ansätze auf lokaler und nationaler Ebene;
    -Umfang und Grenzen der Informations- und Kommunikationstechnologien zur Erleichterung der teilnehmenden Prozeduren in großem Umfang;
    -die Zusammenführung von Personen verschiedener Familienverhältnisse, um teilzunehmen und gemeinsam nachzudenken;
    -die traditionellen Konzepte der Repräsentation im Vergleich zu neuen Konzepten und Herausforderungen;
    -Machtbeziehungen in alten und neuen Repräsentationsmodellen;
    -Einbeziehung der ‘stillen Stimmen’;
    -Können Lektionen von einem Kontext zum anderen übertragen werden? Zwei Policy Briefs, Zusammenfassungen der wichtigsten Aspekte, sind vorgesehen: eines zum Thema der Umfangsprobleme in den teilnehmenden Prozeduren, das andere zum Thema Repräsentation.  Sie werden das Material der Präsentationen und Diskussionen des Workshops auswerten, um die aktuellen Meinungen, Vorschläge für gute Verfahren und mögliche Optionen für die Zukunft zusammenzufassen.
  • Edinburgh Konferenz: “Einbeziehung des Publikums in die wissenschaftsbasierte Richtlinienentwicklung“, 4.-7. Juni 2006: diese Konferenz wird etwa 120 Teilnehmer zählen, die auf die Resultate des Workshops aufbauen und innovative Ansätze der Teilnahme mit Hilfe von drei Fallstudien untersuchen:
    -die Anwendung genetisch modifizierter Organismen in der Agrikultur;
    -die Erhaltung der biologischen Vielfalt;
    -die Nanotechnologie. 
    Diese Themen wurden ausgewählt, um viel diskutierte politische Fragen zu verkörpern, die von jahrelangen Kontroversen über aktuelle behördliche Auflagen bis hin zu neu entstehenden Streitpunkten reichen.  Voraussichtliche zusätzliche Themen beinhalten die Bewertung kritischer Standpunkte gegenüber der Teilnahme in der wissenschaftsbasierten Politik; die Eingliederung der besten praktischen Elemente; neue Formen der Risikokommunikation; und den Wiederaufbau des Vertrauens zwischen den Akteuren und in die Institutionen.
    Drei wissenschaftliche Veröffentlichungen sind vorgesehen, die anlässlich der Konferenz vorgestellt werden.  Diese werfen einen kritischen Blick auf die Fortschritte der öffentlichen Teilnahme in der politischen Debatte über die Themen der drei Fallstudien.

Die Partner
Das PATH Projekt wird vom Sozio-ökonomischen Forschungsprogramm, Macaulay Institute, Großbritannien, koordiniert. Die anderen Partner sind:
-das Dänische Gremium für Technologie, Dänemark,
-die Abteilung für entwickelnde und soziale Psychologie, Universität Rom “La Sapienza”, Italien,
-die Abteilung für Wirtschaft und Ressourcenmanagement, Norwegische Universität der Biowissenschaften, Norwegen,
-die Abteilung für Wirtschaft, Soziologie und Recht, UFZ –Umweltforschungszentrum, Deutschland,
-das Institut für Umweltwissenschaften und Technologie, Autonome Universität Barcelona, Spanien,
-Institut für Umwelt, Philosophie und öffentliche Ordnung, Lancaster Universität, Großbritannien,
-Institut für Sozialwissenschaften, Universität Stuttgart, Deutschland.

Das PATH Projekt erstreckt sich auf eine Dauer von 30 Monaten und wird von der   Europäischen Kommission im Rahmen der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Aktivität finanziert. Es läuft seit April 2004.

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte die Projektwebsite:
http://www.macaulay.ac.uk/serp/research/path.html

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